15.12.2015

Strobl: "Wir müssen die Kreidezeit an den Schulen beenden"

Thomas Strobl: "Wir müssen die Kreidezeit an den Schulen beenden" (Bild: Christiane Lang)


"Die Arbeit hat große Freude gemacht", sagte Thomas Strobl zur Einbringung des Antrags "Arbeit der Zukunft - Zukunft der Arbeit" auf dem CDU-Bundesparteitag in Karlsruhe. Der stellvertretende CDU-Vorsitzende war Leiter der gleichnamigen Kommission der CDU. Ausdrücklich dankte er allen, die an der Erarbeitung des Beschlusses beteiligt waren: "Ich habe selten selber so viel gelernt wie in dieser Kommission."

"Wir erlebten derzeit eine neue industrielle Revolution", betonte Strobl. Die Digitalisierung beschleunige den Austausch von Ideen und Informationen, von Gütern und Dienstleistungen, und der Vernetzung der Märkte weltweit. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entstünden beispielsweise Organe aus Stammzellen - serienreif voraussichtlich in zwei Jahren, sagte Strobl.

Die Digitalisierung eröffne Chancen für Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze. Die logische Frage dazu sei aber: "Wo werden die Güter der Zukunft produziert?" Viele Arbeitsplätze seien heute digital vernetzt - lokal oder weltweit. Mit Auswirkungen auf die Arbeitszeit - von der Gesamtarbeitszeit bis zur Präsenzzeit im Betrieb. Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Gesellschaft und die Politik müssten darauf reagieren.

Denn: "Für die CDU steht immer der Mensch im Mittelpunkt", betonte Strobl. Die Modelle sollen den Bedürfnissen der Betriebe und ihrer Beschäftigten entsprechen. Sie dürften aber nicht den Sozialstaat und Arbeitsschutzgesetze aushebeln. Die CDU will, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer dafür miteinander passende Lösungen finden. "Das können sie auch im Zeitalter der Digitalisierung besser als der Gesetzgeber."

Wo sich die Arbeitswelt verändere, müsse die Bildung darauf reagieren. "Wir brauchen ein Schulfach Informationstechnologie", forderte Strobl. Schülerinnen und Schüler müssten besser auf die digitale Gesellschaft vorbereitet werden. "Wir müssen die Kreidezeit an den Schulen beenden", forderte Strobl.

Der Zugang zum schnellen Internet sei Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, führt Strobl weiter aus. Die CDU wolle, dass digitale Produkte EU-weit problemlos gehandelt werden können. Der Ausbau in Deutschland müsse rasch erfolgen, denn wo schnelles Internet fehle entstünden heutzutage weder Arbeitsplätze noch Wohnhäuser.

Die CDU strebe auch eine einheitliche Auslegung des Datenschutzrechts an, betonte Strobl weiter. Die 16 Landesbeauftragten für den Datenschutz legten das geltende Datenschutzrecht häufig unterschiedlich aus. Die CDU wolle eindeutige Zuständigkeiten: "Wir wollen eine einheitliche und verbindliche Rechtsanwendung. Selbstverständlich brauchen wir eine europäische Lösung."

Die Arbeit überzeugte: Der Antrag wurde von den Delegierten in Karlsruhe einstimmig angenommen.

Quelle: CDU Deutschlands

 

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