01.12.2015

Besuch beim Softwareunternehmen SAP in Walldorf

Andreas Schwab, Stephan Harbarth und Bernhard Feßler bei der SAP in Walldorf (Bild: Michael Kienzler)

Landesfachausschuss für Wirtschafts- und Finanzpolitik diskutierte über Industrie 4.0 (Bild: Michael Kienzler)


Diskussion über Industrie 4.0 mit den Mitgliedern des Landesfachausschusses Wirtschafts- und Finanzpolitik und dem binnenmarktpolitischen Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Andreas Schwab, beim größten europäischen Softwareunternehmen

Die letzte Sitzung des Landesfachausschusses für Wirtschafts- und Finanzpolitik der CDU Baden-Württemberg fand bei der SAP SE in Walldorf statt. Zusammen mit dem binnenmarktpolitischen Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Andreas Schwab, führten die Mitglieder des Landesfachausschusses (LFA) unter dem Vorsitz des Bundestagsabgeordneten Stephan Harbarth eine Diskussion über Digitalisierung und Industrie 4.0 mit den Verantwortlichen der SAP.

Der LFA-Vorsitzende Stephan Harbarth, der erst vor wenigen Wochen den Vorsitz des Fachausschusses von seinem Bundestagskollegen Axel Fischer übernommen hat, bedankte sich zu Beginn für die Einladung in die Räume der SAP in Walldorf. Er stellte fest, dass das Potential der Digitalisierung bisher noch nicht ansatzweise in den Köpfen der Menschen angekommen sei. Auch die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit und die politische Diskussion über die Digitalisierung sei noch nicht besonders ausgeprägt, obwohl sie eine der größten Herausforderungen sei.

Nils Herzberg, Senior Vice President und Head of Internet of Things/Industrie 4.0 bei der SAP, führte anschaulich vor, wie sich die Lebens- und Arbeitswelt von morgen verändern wird. Herzberg brachte zahlreiche Beispiele, wie die Digitalisierung in unser Leben eindringt und wie sich keiner diesem Trend widersetzen kann. Das "Internet der Dinge" (Internet of Things), wie Herzberg die Digitalisierung nennt, und das Thema "Industrie 4.0", das hauptsächlich für die Fertigungsindustrie im Automobil- und Maschinenbau steht, bestimmen unser Leben gegenwärtig und zukünftig. "Das Internet der Dinge ist längst Realität", so Herzberg.

Herzberg nannte eine Reihe von Rahmenbedingungen, die vorhanden sein müssten, damit die Unternehmen ihre Geschäftsmodelle umsetzen können und Wirtschaftswachstum entstehe. So müssten die Mitarbeiter und die arbeitende Bevölkerung mit der Digitalisierung "mitgehen". Dies betreffe Anpassungen im Bereich Bildung und Forschung. Schon heute sei klar, dass zukünftig neue, aus mehreren klassischen Berufsfeldern kombinierte Ausbildungsplätze in den Unternehmen benötigt werden. Hier sei auch die Unterstützung der Politik gefragt.

Im Bereich der Investitionen wünsche sich Nils Herzberg eine Art "Abwrackprämie" für alte Maschinen. Viele derzeit in der Fertigung eingesetzte Maschinen seien "in die Jahre gekommen" und nicht für die digitale Nutzung geeignet. Anreize, Investitionen in neue Maschinen zu tätigen, könnte die Politik mit einer Art "Abwrackprämie" geben. Dies würde einen enormen wirtschaftlichen Schub auslösen, so Herzberg. Der Datenschutz müsse ferner so ausgeprägt sein, dass zahlreiche Geschäftsmodelle nicht verhindert werden, indem persönliche Daten nicht ohne ausdrückliche Zustimmung der Betroffenen pseudonymisiert verwendet werden dürfen, stellten die Vertreter der SAP fest.

Der Datenschutz und damit einhergehend Änderungen der Datenschutzgrundverordnung könnten aber das entscheidende Problem sein, stellten der Bundestagsabgeordnete Stephan Harbarth und der Europaabgeordnete Andreas Schwab fest. Wir wünschen uns in den nächsten Jahren eine stärkere politische Debatte über den Datenschutz, sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene, so die Abgeordneten.

Vieles könne die Politik nicht alleine umsetzen, stellte Stephan Harbarth abschließend fest. Bei vielen Entscheidungen im Deutschen Bundestag und im Europaparlament sei auch eine breite gesellschaftliche Unterstützung notwendig.

 

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