10.05.2013

Thomas Strobl bei der KAS: "Maß und Mitte sollte das Ziel der Politik sein"

Bild: Konrad-Adenauer-Stiftung


Zu einem Diskussionsabend zur Zukunft der Politischen Bildung lud das Bildungswerk Stuttgart der Konrad-Adenauer Stiftung

Melanie Piepenschneider, die Hauptabteilungsleiterin der politischen Bildung der Konrad-Adenauer Stiftung, zeigt die veränderte Welt der politischen Bildung im Zeitalter des Web 2.0. auf. Thomas Strobl, Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg, hob vor allem die christlichen Werte und den gesellschaftlichen Wandel hervor. Stefan Kaufmann betonte die veränderte Lage in den Großstädten. Hieraus ergeben sich viele Aufgaben für die politische Bildung, die Stefan Hofmann mit "Wir stehen mitten im Leben" kommentierte. Dies fand Zustimmung bei den rund 70 Gästen, die sich im Anschluss an die Vorträge auch die neuen Räumlichkeiten der KAS Stuttgart anschauen konnten.

Veränderte Anforderungen an die politische Bildung

Melanie Piepenschneider, Hauptabteilungsleiterin der politischen Bildung der KAS hob in ihrem Vortrag hervor, dass sowohl die Anforderungen an die Qualität der politischen Bildung gestiegen sind als auch die Konkurrenz und der Wettbewerbsdruck. Die Teilnehmer wollen sich im Gegensatz zu früher nicht nur informieren, sondern sie wollen Ergebnisse mit nach Hause nehmen. Nicht nur die inhaltliche Gestaltung der Seminare hat sich geändert auch die Vermittlung der Bildung, so sind heute Online-Publikationen, Webinare und Themenportale im Internet nicht mehr wegzudenken. An der Notwendigkeit der politischen Bildung ändert sich jedoch nichts – sie ist notwendiger denn je. Denn nur wer bei dieser Flut von Informationen noch die Prinzipien kennt und diese reflektiert, kann politisch entscheiden.

Wir können den Menschen nicht vorschreiben, wie sie leben sollen

Thomas Strobl, Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg, stellt den Begriff "Konservatismus" in Frage. Geht er verloren? Was ist überhaupt konservativ? Seine Definition: "Politisches Handeln sollte sich darauf beschränken, den Bestand unserer Welt und einer Ordnung zu gewährleisten, in deren Rahmen die Bürgerinnen und Bürger ihren unterschiedliches Lebensentwürfen mit einem Minimum an Enttäuschung und Frustration nachgehen können." Daraus leitet sich ab, dass viele Dinge in dieser Welt Folge menschlichen Handelns sind. Die Menschen misstrauen politischem Handeln, da sie fürchten, Politik wolle die Wirtschaft und Gesellschaft nach abstrakten Modellen konstruieren. Die Geschichte lehrt den Konservativen, dass die Freiheit verloren geht, wenn Politik nicht mehr um Interessen ringt, sondern um Wahrheiten. Das Streben nach Verwirklichen eines Ideals mündet oft in Inhumanität. Der Konservative jedoch zeichnet sich durch Bescheidenheit und Demut aus. Der frühere Ministerpräsident Erwin Teufel prägte in diesem Zusammenhang den Begriff "Maß und Mitte". Dies sollte auch das Ziel der Politik sein.

Besondere Situation in den Großstädten

Der Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufman sah als Hauptziel der politischen Bildung die Stärkung des Interesses an Politik, damit verbunden, die Bereitschaft zur Teilnahme an der Politik und die Stärkung des Vertrauens in die Politik. Wichtig ist, laut Kaufmann, dass die Demokratie auch in Zeiten schlechter wirtschaftlicher Lage unterstützt wird. Zudem hat die Politische Bildung zur Aufgabe Werte zu vermitteln und eine Orientierungsfunktion einzunehmen.

Wir stehen mitten im Leben

Stefan Hofmann betonte in seiner Rede, dass wir "mitten im Leben stehen". Dies bezieht sich sowohl auf die Themen der politischen Bildung wie auf die Art und Weise wie politische Bildung vermittelt wird. Hofmann bedankte sich bei seinen Kooperationspartnern für die Zusammenarbeit und nahm den Bezug der neuen Räume zum Anlass sich bei Frau Gräsle, deren Vertrag Ende März endete, für Ihre Arbeit zu bedanken und hieß in diesem Zuge auch die neue Kollegin im Sekretariat, Frau Sigrid Winkler aus Oldenburg, recht herzlich willkommen. Bei einem "get together" fand in den neuen Räumen der KAS Stuttgart im Anschluss ein intensiver Meinungsaustausch statt.

Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung, Stuttgart

 

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