25.01.2013

Hauk und Kurtz: "Hochwertiger Unterricht gelingt nur mit bestens ausgebildeten Lehrern"

Bild: kate_sept2004 / istockphoto.com


CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Hauk und die stellv. bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Sabine Kurtz: "Lernbegleiter und Lernraumgestalter sind kein Ersatz für eine gut qualifizierte Lehrkraft"

"Die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer ist ein wesentlicher Faktor für die Qualität des Bildungssystems. Die aktuelle Bildungsforschung belegt, dass die einzelne Lehrkraft den entscheidenden Einfluss auf den Lernerfolg ihrer Schüler hat. Die CDU-Landtagsfraktion will deshalb das Augenmerk verstärkt auf die Lehrerausbildung richten. Sie ist für uns der entscheidende Schlüssel, um die Unterrichtsqualität weiter zu verbessern. Daher ist es geradezu fahrlässig, wenn Lehrerinnen und Lehrer von der grün-roten Landesregierung zu bloßen Lernbegleitern oder Gestaltern von Lernumgebung reduziert werden. Wir sehen dafür verschiedene Ansatzpunkte, die Qualität der Lehrerausbildung weiter zu verbessern", sagten der Vorsitzende der CDU-Landtagsfaktion, Peter Hauk, und die stellvertretende bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Sabine Kurtz, bei der Vorstellung des CDU-Eckpunktepapiers zur Lehrerausbildung.

"Eine vielfältige Gesellschaft braucht differenzierte Bildungsangebote und differenzierte Bildungsgänge erfordern spezifisch ausgebildete Lehrkräfte", betonten Hauk und Kurtz. Mit passgenauen Lehramtsstudiengängen würden die Lehrkräfte bestmöglich auf ihre zukünftige Schülerschaft und deren Bedürfnisse vorbereitet. "´Einheitslehrer‘ sind nicht in der Lage, sich auf Kinder aller Altersgruppen, aller Schularten und die unterschiedlichen individuellen Bildungsbiographien vorzubereiten", so Hauk und Kurtz.

Unterrichtsgestalter statt Lernbegleiter

"Die Lehrerinnen und Lehrer in Baden-Württemberg leisten hervorragende Arbeit", lobte Sabine Kurtz mit Blick auf die Spitzenplätze des Landes Baden-Württemberg in nationalen und internationalen Leistungsvergleichen. In den vergangenen Jahren seien die Anforderungen an den Lehrerberuf allerdings erheblich gestiegen. „Lehrkräfte sind häufig nicht mehr nur für die Vermittlung von Wissen, sondern beispielsweise auch für die Erziehung der Kinder und Jugendlichen verantwortlich“, so Kurtz. Auf diese und weitere veränderte gesellschaftlich Herausforderungen müssten die Lehrerinnen und Lehrer in Aus- und Weiterbildung vorbereitet werden. „Die CDU-Landtagsfraktion fordert deshalb von der Landesregierung, dass Lehrerinnen und Lehrer noch stärker daraufhin ausgebildet werden, dass sie die Techniken für eine stringente Klassenführung beherrschen und zugleich möglichst zeiteffizient die gesetzten Lernziele erreichen können. Das bedeutet auch die klare Abkehr von einem Lernbegleiter“, erklärten Hauk und Kurtz. Dafür würden spezifische fachwissenschaftliche und bildungswissenschaftliche, didaktische, methodische und pädagogische Kompetenzen benötigt.

Staatsexamen oder Bachelor/Master: Auf den Inhalt kommt es an

Die CDU-Landtagsfraktion steht einer möglichen Umstellung der Lehramtsstudiengänge auf Bachelor- und Masterabschluss offen gegenüber. Wichtiger als die strukturelle Frage seien jedoch Inhalt und Qualität der Studiengänge. "Vor allem darf es kein Nadelöhr zwischen dem Bachelor- und dem Masterstudium geben. Die Landesregierung muss dafür sorgen, dass die Hochschulen die erforderlichen Masterstudienplätze für Lehramtsstudierende bereit halten", forderten Hauk und Kurtz.

Kooperationen von Pädagogischen Hochschulen und Universitäten ausbauen

Die CDU-Landtagsfraktion regt die Weiterentwicklung der sechs Pädagogischen Hochschulen zu einer „Bildungswissenschaftlichen Universität Baden-Württemberg“ an. "Dabei sollen die eigenständigen Pädagogischen Hochschulen nicht fusioniert werden, sondern unter einem gemeinsamen Dach Schwerpunkte bilden", erklärten Peter Hauk und Sabine Kurtz. Die CDU-Landtagsfraktion sehe darin eine Chance, die wissenschaftliche Arbeit der Pädagogischen Hochschulen zu stärken. "Wir erwarten von der Landesregierung, dass sie Anreize setzt, damit Pädagogische Hochschulen und Universitäten bei der Lehrerausbildung verstärkt kooperieren", so Hauk und Kurtz.

Referendariat und berufsbegleitende Weiterbildung

"Die Seminare für Didaktik und Lehrerbildung verfügen über hohe bildungswissenschaftliche Kompetenz und fundierte Praxiserfahrung und leisten einen unverzichtbaren Beitrag beim Übergang vom Studium in den Lehrerberuf“, zeigten sich Hauk und Kurtz überzeugt. Die CDU-Landtagsfraktion spreche sich daher uneingeschränkt für die Beibehaltung der zweiten Phase der Lehrerausbildung, des Referendariats, aus. Festgehalten werden solle auch an einer Verteilung der Seminarstandorte im Land. Die Rolle der Seminare für die Verteilung der Lehrkräfte im ganzen Land sei nicht zu unterschätzen: "Wir brauchen Ausbildungsschulen in allen Landesteilen. Daher müssen auch die Seminare flächendeckend verteilt und für die Referendarinnen und Referendare erreichbar sein", erläutern die CDU-Politiker das dezentrale Konzept. Auch für die Weiterbildung der berufstätigen Lehrkräfte seien die Seminare unerlässlich. Es gilt die Verzahnung und Vernetzung aller an der Lehrerausbildung und -weiterbildung beteiligten Institutionen voranzubringen. Die CDU-Landtagsfraktion fordert die Landesregierung auf, Maßnahmen zu treffen, um die Weiterbildung verbindlicher als bisher zu gestalten. Geprüft werden muss ihrer Ansicht nach auch, ob der Vorbereitungsdienst von derzeit 18 Monaten ausreiche, um den gewachsenen Anforderungen an den Lehrerberuf gerecht zu werden. "Wir regen eine Evaluierung an", schlagen Hauk und Kurtz vor.

Kein "Sonderschullehrer light"

"Die CDU-Landtagsfraktion fordert von der Landesregierung, dass sie an der erfolgreichen differenzierten Lehrerausbildung festhält. Nur so können Lehrkräfte optimal qualifiziert werden, um die verschiedenen Bildungsgänge gezielt zu begleiten und leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern das jeweils richtige Maß an Förderung zukommen zu lassen", betonten Hauk und Kurtz. Auch halte die CDU-Landtagsfraktion an der eigenständigen Ausbildung zum Lehramt an Sonderschulen fest. "Eine Sonderschullehrerausbildung ‘light‘ lehnen wir ab", betonte der Fraktionsvorsitzende unter Hinweis auf das bereits vorgestellte Papier zur Inklusion. Parallel dazu müssten auch die Lehrkräfte an Regelschulen auf die Herausforderungen der Inklusion vorbereitet werden. Deshalb solle sonderpädagogisches Wissen noch intensiver in die reguläre Lehreraus- und -fortbildung für alle Schularten integriert werden.

Quelle: CDU-Landtagsfraktion

 

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