28.03.2012

"Gemeinschaftsschule – ein grün-roter Rettungsschirm für kleinste Schulstandorte"

Bild: CDU-BW


Das gab es selten: Die Regierung peitscht einen Gesetzentwurf durch den Landtag, gegen den es von allen Seiten heftigste Kritik hagelt

"Das gab es selten: Die Regierung peitscht einen Gesetzentwurf durch den Landtag, gegen den es von allen Seiten heftigste Kritik hagelt. Befürworter wie Kritiker der Gemeinschaftsschule sind sich in einem Punkt einig, nämlich dass es so nicht funktionieren kann! Jetzt sitzt Grün-Rot mit seiner ideologisch motivierten Bildungspolitik zwischen allen Stühlen", sagten der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Peter Hauk MdL, und der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Georg Wacker MdL, im Rahmen des ‚Qualitätsabgleichs Gemeinschaftsschule‘, zu dem die CDU-Landtagsfraktion nach Stuttgart eingeladen hatte.

Skeptiker und Befürworter, Lehrer, Schüler, Eltern, Bildungsexperten, Bürgermeister und die Wirtschaft beteiligten sich an der Diskussion. Kurzfristig abgesagt hatte die Kultusministerin. Als Begründung führte sie an, dass man erst diskutieren könne, wenn es Erfahrungen mit der Gemeinschaftsschule gebe. "Ein solches Argument ist unfassbar und bestätigt die Vermutung, dass die Ministerin ohne Plan und Ziel in die Umsetzung der Gemeinschaftsschule geht und in Kauf nimmt, unsere Kinder zu Versuchskaninchen zu machen", erklärte Hauk.

"Dabei gibt es bei genauerer Betrachtung überhaupt keinen sachlichen Grund für diesen im ‚Hau-Ruck‘-Stil vollzogenen radikalen Systemwechsel. Die Schulen in Baden-Württemberg stehen gut da; sie machen einen guten Unterricht. So besitzt Baden-Württemberg bundesweit die geringsten Wiederholerzahlen, die Jugendarbeitslosigkeit ist bundesweit am geringsten und schon heute erreichen knapp 76 Prozent aller Schüler eines Jahrgangs den Mittleren Bildungsabschluss. Insbesondere die Quote des baden-württembergischen Leitabschlusses ‚Mittlerer Bildungsabschluss’ ist kaum mehr steigerungsfähig – ohne der anerkannt hohen Qualität einen Abbruch zu tun", betonte Wacker. Es sei skandalös und unverantwortlich, dass Grün-Rot dieses Erfolgsmodell nicht gezielt weiterentwickle, sondern stattdessen auf Kosten der Kinder ein Schulexperiment mit unbekanntem Ausgang starte.

"Rund die Hälfte der 39 Versuchsstandorte ist gerade einmal einzügig und vom weiteren Rückgang der Schülerzahl stark betroffen. Mit der Gemeinschaftsschule spannt die Kultusministerin nun einen Rettungsschirm über den bedrohten Standorten auf. Bei dem Rettungsversuch spielt die Qualität offenbar gar keine Rolle mehr – schließlich kann nach Aussage des Kultusministeriums im Bildungsausschuss das gymnasiale Niveau an der Gemeinschaftsschule künftig auch von ausgebildeten Hauptschullehrern unterrichtet werden", erklärten Peter Hauk und Georg Wacker.

Gleichzeitig würden die anderen Schularten systematisch benachteiligt. Während das Lieblingskind Gemeinschaftsschule den Klassenteiler 28 bekomme, müssten an Realschulen, Gymnasien und beruflichen Schulen weiterhin 30 Schüler in einer Klasse bleiben. Ebenso ungerecht verhalte es sich mit den verbesserten Möglichkeiten der individuellen Förderung – nur die Gemeinschaftsschule komme in diesen Genuss.

Quelle: CDU-Landtagsfraktion

 

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