06.08.2013

Feierstunde zur Erinnerung an die "Charta der Heimatvertriebenen"

Feierstunde von UdVF und BdV zur Erinnerung an die "Charta der Heimatvertriebenen" (Bild: CDU-BW)

Landtagspräsident Guido Wolf hielt die diesjährige Festrede (Bild: CDU-BW)

Die UdVF-Vorsitzende Iris Ripsam konnte gut 150 Gäste begrüßen (Bild: CDU-BW)

Traditionell führt die UdVF ihre Feierstunde am 5. August ab (Bild: CDU-BW)


"Erinnerung an das Schicksal der Vertreibung wachhalten" - UdVF Baden-Württemberg begeht traditionelle Feierstunde am 5. August auf dem Stuttgarter Schlossplatz

Im Rahmen einer Feierstunde erinnerte die Union der Vertriebenen und Flüchtlinge (UdVF) und der Bund der Vertriebenen (BdV) an die Unterzeichnung der "Charta der deutschen Heimatvertriebenen" am 5. August 1950 in Stuttgart.

Dazu hatten sich zahlreiche Teilnehmer an der Gedenktafel vor dem Neuen Schloss in Stuttgart zusammengefunden, unter denen die Landesvorsitzende der UdVF Baden-Württemberg, Iris Ripsam, auch Vertreter aus der Politik wie die Bundestagsabgeordnete Karin Maag und den Landtagsabgeordneten Konrad Epple sowie ihre Stuttgarter Stadtratskollegen Dorit Loos, Sabine Mezger und Fred-Jürgen Stradinger begrüßen konnte. Aber auch zahlreiche Honorationen von den Vertriebenenverbänden wie der BdV-Landesvorsitzende Arnold Tölg und der Sprecher der Südmährer, Franz Longin, waren zur Feierstunde gekommen, um der Festrede des Präsidenten des Landtages von Baden-Württemberg, Guido Wolf, beizuwohnen. Die Bläsergruppe Feuerbach umrahmte die Feierstunde musikalisch.

Bevor jedoch Guido Wolf den 63. Jahrestag der Unterzeichnung der "Charta der Heimatvertriebenen" würdigen konnte, erinnerte die UdVF-Landesvorsitzende Iris Ripsam in ihrer Begrüßungsrede an die Verabschiedung des Bundesvertriebenengesetzes vor 60 Jahren und zeigte sich empört über die Reaktion seitens der SPD dazu, die die Anerkennung des Schicksals der Heimatvertriebenen als "absurd" bezeichnete. Dabei unterstrich die Landesvorsitzende aber auch, dass man trotz des Scheiterns mit der Forderung, den 5. August zum "Nationalen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung" zu erheben, auch weiterhin sich jedes Jahr an diesem Tag auf dem Schlossplatz in Stuttgart versammeln werde, um an die Charta und das Schicksal der zwölf Millionen Heimatvertriebenen zu erinnern.

Landtagspräsident Guido Wolf unterstützte in seiner Festrede das Anliegen der UdVF, die Erinnerung an das schwere Schicksal der Vertreibung und die Verkündung der "Charta der deutschen Heimatvertriebenen" wachzuhalten. So sei am Ende des Zweiten Weltkrieges die Gewalt, die von Deutschland ausgegangen war, wieder auf Deutschland zurückgefallen und habe mit der Vertreibung der Deutschen zu einem Unrecht an wehrlosen Menschen geführt. Der CDU-Landtagsabgeordnete lobte in diesem Zusammenhang den Geist und die Weitsicht der Heimatvertriebenen, den sie bereits 1950 mit ihren Aussagen in der "Charta" getroffen hätten. So haben die Autoren der "Charta" mit ihrem Versprechen, auf Rache und Vergeltung zu verzichten, um daran mitzuwirken, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen, bereits wenige Jahre nach dem Verlust ihrer Heimat deutlich gemacht, dass sie aus der Geschichte gelernt hätten.

Trotz mancher Vorurteile und Abgrenzungen, welche die Heimatvertriebenen in einem zerstörten Deutschland von der dortigen Bevölkerung erfahren mussten, haben die Menschen ihr Schicksal doch gemeistert und entscheidend am Wiederaufbau Deutschlands mitgewirkt. Dafür dankte Landtagspräsident Guido Wolf, schließlich sei auch die Erfolgsgeschichte Baden-Württembergs ohne das Engagement der Heimatvertriebenen nicht möglich gewesen. Der Landtagspräsident sieht in der vor 63 Jahren formulierten "Charta der deutschen Heimatvertriebenen" aber auch deshalb ein wegweisendes Dokument, da sich die Heimatvertriebenen schon damals für ein werteorientiertes Europa aussprachen. "Sie haben nicht nur über Europa geredet, sie haben Europa gelebt", lobte der Christdemokrat Wolf das europäische Engagement der Heimatvertriebenen, die sich von Anfang an für ein geeintes Europa stark machten.

Nach einem Grußwort des stellvertretenden Landesvorsitzenden des BdV Baden-Württemberg, Hartmut Liebscher, der die Bekenntnisgeneration der Heimatvertriebenen dazu aufrief, die Pflege alter Traditionen, der Trachten und des Liedgutes aus der Heimat wachzuhalten, erzählte zum Abschluss der Feier der Sprecher der Südmährer, Franz Longin, noch von der besonderen Stimmung bei der Verkündung der "Charta" im Hof des zerstörten Neuen Schlosses in Stuttgart und appellierte an die zahlreichen Besucher auf dem Stuttgarter Schlossplatz, für die Ächtung jeglicher Vertreibung in der Welt einzutreten.

Quelle: UdVF Baden-Württemberg

 

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