06.08.2014

Feierstunde zur Erinnerung an die "Charta der Heimatvertriebenen"

Feierstunde von UdVF und BdV zur Erinnerung an die "Charta der Heimatvertriebenen" (Bild: CDU-BW)

Der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen, Hartmut Koschyk, hielt die Festrede (Bild: CDU-BW)

Die UdVF-Vorsitzende Iris Ripsam konnte gut 150 Gäste begrüßen (Bild: CDU-BW)

Traditionell hält die UdVF ihre Feierstunde am 5. August ab (Bild: CDU-BW)


"Erinnerung an das Schicksal der Vertreibung wachhalten" - Koschyk mahnt: "Vertreibung ächten" - UdVF Baden-Württemberg und BdV Stuttgart begehen traditionelle Feierstunde am 5. August auf dem Stuttgarter Schlossplatz

Im Rahmen einer Feierstunde erinnerte die Union der Vertriebenen und Flüchtlinge (UdVF) und der Bund der Vertriebenen (BdV) an die Unterzeichnung der "Charta der deutschen Heimatvertriebenen" am 5. August 1950 in Stuttgart.

Dazu hatten sich zahlreiche Teilnehmer an der Gedenktafel vor dem Neuen Schloss in Stuttgart zusammengefunden, unter denen die Landesvorsitzende der UdVF Baden-Württemberg, Iris Ripsam, zahlreiche Vertreter aus der Politik und viele Honorationen von den Vertriebenenverbänden begrüßen konnte. Die diesjährige Festrede hielt der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk. Die Bläsergruppe Feuerbach umrahmte die Feierstunde musikalisch.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk erinnerte zunächst an den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Herbert Czaja, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre und würdigte seine Arbeit die er als Politiker wie auch als langjähriger Präsident des Bundes der Vertriebenen für die Anliegen der Heimatvertriebenen leistete. Dazu machte der Festredner dann auf die Bedeutung der "Charta der deutschen Heimatvertriebenen" aufmerksam, die das Selbstverständnis und das Handeln der Heimatvertriebenen präge und ihnen bis heute Halt und Orientierung gebe. So habe ihre formulierte Bekräftigung auf das Recht auf Heimat mit dem gleichzeitigen Verzicht auf Rache und Vergeltung und dem Gelöbnis, an der Schaffung eines vereinten Europa mitzuwirken, die Charta zu einem Dokument hohen sittlichen und historischen Ranges werden lassen.

Schließlich dürfe nicht vergessen werden, unter welchen Umständen die Heimatvertriebenen, die alles verloren hatten, dieses historische Dokument verfassten. Hartmut Koschyk würdigte an dieser Stelle auch die Verdienste der Heimatvertriebenen am Wiederaufbau Deutschlands, ohne die das Wirtschaftswunder nicht möglich gewesen wäre. "Deutschland schuldet den Heimatvertriebenen deshalb Dank und Anerkennung", so der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und hob dabei den Anteil der Vertriebenen an der Entwicklung moderner Industrieunternehmen in vormals strukturschwachen ländlichen Regionen hervor.

Aber auch für das ökumenische Miteinander in Deutschland hätten die Vertriebenen durch die konfessionelle Mischung ganzer Landstriche einen großen Beitrag geleistet. Koschyk lobte auch die großartige Integrationsleistung der Vertriebenen, die allerdings ohne die tätige Mitwirkung der Vertriebenenverbände schwerlich gelungen wäre. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die vier Millionen Heimatvertriebene in der sowjetischen Besatzungszone und der späteren DDR, denen es von Anfang an verwehrt gewesen wäre, sich in ähnlicher Form zu organisieren und sich in politische Leben einzubringen, wie es im Westen Deutschlands möglich war.

Der Bundespolitiker ließ in diesem Zusammenhang aber auch wissen, dass die Vertriebenen beispielhaft vorgelebt hätten, dass Verständigung und Versöhnung mit den Menschen in den Ländern der alten Heimat möglich ist. Zu der Diskussion um einen Gedenktag für die Opfer von Vertreibungen sagte Koschyk, dass er sich dafür einsetzen werde, dass durch seine Einrichtung auch der Flucht und der Vertreibung der Deutschen aus Mittel- und Osteuropa nach dem Zweiten Weltkrieg gedacht werde. Die "Charta der deutschen Heimatvertriebenen" möchte er auch im gesamteuropäischen Interesse verstehen, als Mahnung, dass Vertreibungen endlich geächtet und nie wieder möglich sein dürfen und als Verpflichtung, sich für ein dauerhaft geeintes und friedliches Europa einzusetzen.

Das Verständnis von Heimatverbundenheit brachte im Anschluss an die Festrede dann noch der Landesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Klaus Hoffmann, zum Ausdruck, als er in einem sehr persönlich gehaltenen Grußwort an die Gründung des "Tags der Heimat" erinnerte und dieses alljährlich öffentliche Bekenntnis zur Heimat auch als Aufforderung versteht, das kulturelle Erbe zu pflegen und an künftige Generationen weiterzugeben.

Bilder von der Feierstunde zur Erinnerung an die Charta der deutschen Heimatvertriebenen können bei
Flickr und Facebook heruntergeladen werden.


Quelle: UdVF Baden-Württemberg

 

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