29.06.2012

"Die Gemeinschaftsschule ist ein Schulexperiment mit ungewissem Ausgang"

Bild: kate_sept2004 / istockphoto.com


Eine echte Schulentwicklung, wie sie die Gemeinden vor Ort gerne betreiben würden, ist aber ohnehin nicht möglich. Das Kultusministerium lässt dieses nicht zu.

"Schon in der öffentlichen Anhörung des Städte- und Gemeindetags im Landtag war die deutliche Kritik an dem unausgegorenen Konzept der sogenannten Gemeinschaftsschule selbst für Grün-Rot kaum noch zu überhören. Anstatt eine überlegte und abgestimmte Perspektivplanung für alle Schularten vorzunehmen würde nur die sogenannte Gemeinschaftsschule überhastet eingeführt. Seitens der Kommunen wurde Grün-Rot eine ‚ruhige Hand‘ im Umgang mit den bestehenden Strukturen empfohlen", sagte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Georg Wacker MdL.

"Viele gerade kleinere Gemeinden erkennen in der Gemeinschaftsschule den rettenden Strohhalm zum Erhalt des Schulstandorts. Eine echte Schulentwicklung, wie sie die Gemeinden vor Ort gerne betreiben würden ist aber ohnehin nicht möglich: Das Kultusministerium verbietet jede Idee ‚von unten‘, wenn auf dem Konzept nicht Gemeinschaftsschule draufsteht. Aber die Zukunft der Gemeinschaftsschule ist nicht rosig, auch wenn sie von Grün-Rot gerne so gemalt wird. Die Gemeinschaftsschule steht in harter Konkurrenz zu den Realschulen und Gymnasien und ist mit dem Stigma der ‚drittbesten Schule‘ belegt.

Es bleibt halt nicht lange verborgen, dass Grün-Rot die Haupt- und Werkrealschulen lediglich zur ideologisch motivierten Gemeinschaftsschulen umetikettiert. Bammental, Bergatreute, Meersburg und viele weitere kleinen Gemeinden greifen nach dem ‚Rettungsschirm Gemeinschaftsschule‘ natürlich nur, um ihre Schule vor Ort zu erhalten. Die Übergangszahlen zeigen, dass gerade Schüler mit der Empfehlung für Haupt- und Werkrealschule die Gesamtschule besuchen", kritisierte Wacker.

Auf diese Art und Weise seien die vom Städtetag klar erkannten demografischen Herausforderungen nicht lösbar. Ganz im Gegenteil: „Die grün-rote Bildungspolitik mit ihrer weiteren Zersplitterung der Bildungsangebote bewirkt, dass der absehbare Rückgang der Schülerzahlen die Schulen – zum Nachteil von Schülern, Eltern und Lehrer – noch härter treffen wird. Die Verbundschule wäre eine Möglichkeit der Weiterentwicklung – die aber nicht dazu missbraucht werden darf, die Schulträger zur mittelfristigen Einführung einer Gemeinschaftsschule zu verpflichten“, erläutert Wacker.

"Eine Kanibalisierung der Haupt- und Werkrealschulen wird durch den von der Landesregierung verzerrten Wettbewerb verstärkt: Für das Lieblingskind Gemeinschaftsschule wird der Klassenteiler auf 28 Schüler gesenkt und wird die förderfähige Programmfläche mit einem Zuschlag von 30 Prozent bedacht. Auch von verbesserten Möglichkeiten der individuellen Förderung mit zusätzlichen Ressourcen profitiert nur die Gemeinschaftsschule, alle anderen Schularten werden benachteiligt. Ich erwarte von einer Landesregierung, dass sie für alle Schularten gleichermaßen verantwortlich handelt", forderte Wacker eindringlich.

"Die Realschule leistet hervorragende Arbeit und ist daher bei Eltern, Schüler und Betrieben eine hoch anerkannte Schulart. Junge Menschen werden sehr erfolgreich auf ein gelingendes Leben in Beruf und Gesellschaft vorbereitet. Deren Erhalt steht für die CDU-Fraktion außer jeder Frage", erklärte Wacker.

Quelle: CDU-Landtagsfraktion

 

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