17.06.2015

Deutscher Bundestag gedenkt der Opfer des 17. Juni 1953

Bundestag gedachte der Opfer des 17. Juni 1953 (Bild: Kai Wegner)


Der Bundestag hat den Opfern des Volkaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953 gedacht. Der CDU-Abgeordnete Kai Wegner sprach sich dafür aus, das Datum in den Kalendern als Gedenktag auszuweisen und in Berlin eine Stele zu Ehren der Todesopfer aufzustellen.

"Lassen Sie uns den 17. Juni als zentrales Symbol der Freiheitsgeschichte unseres Landes weiter stärken", sagte Wegner.

Sehnsucht nach Freiheit

Vor 62 Jahren waren in rund 700 Orten der DDR mehr als eine Million Menschen auf die Straße gegangen. Die sowjetische Besatzungsmacht schlug den Aufstand mit Panzern nieder. Nach Zahlen des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam starben 50 Bürger sowie fünf Vertreter der DDR-Sicherheitsorgane während des Aufstandes. Wegner wies darauf hin, dass die Zeitzeugen nach 62 Jahren immer weniger würden. Umso wichtiger sei es, eine lebendige Erinnerungskultur zu pflegen.

Geschichte erfahrbar machen

Dankbar zeigte Wegner sich dafür, dass der Platz vor dem Bundesfinanzministerium vor zwei Jahren offiziell in "Platz des Volkaufstandes von 1953" umbenannt wurde. "Wir brauchen solche authentischen Erinnerungsorte, um Geschichte für die nachfolgenden Generationen erfahrbar und erlebbar zu machen", betonte Wegner. Den mutigen Freiheitskämpfern solle nicht nur "zwischen Buchdeckeln" gedacht werden, sondern auch im Straßenbild, etwa mit einer Stele.

Tag der Einheit

Der CSU-Abgeordnete Max Straubinger erinnerte daran, dass der 17. Juni in Westdeutschland von 1953 bis 1990 der "Tag der Einheit" war. Heute sei das lange in Vergessenheit geraten, bemängelte er. Nach der Wiedervereinigung wurde der "Tag der deutschen Einheit" auf den 3. Oktober verlegt, dem Tag des offiziellen Beitritts der DDR zur Bundesrepublik Deutschland.

"Erster Sargnagel für das Unrechtsregime der DDR"

Der 17. Juni 1953 sei der erste Sargnagel für das Unrechtsregime der DDR gewesen, sagte Straubinger. Seine Wirkung erzeugte der Aufstand im gesamten Einzugsbereich des Warschauer Paktes. 1956 folgte der Volksaufstand in Ungarn, 1968 der Prager Frühling. Aus den sozialen Unruhen in Polen entstand 1980 die unabhängige Gewerkschaft Solidarnosc, und 1989 fiel in Deutschland die Mauer zwischen Ost und West. "Der Sieg der Freiheit über die Unterdrückung, der Sieg der Demokratie über die Diktatur, der Sieg des Rechts über die Willkür - all das ist auch der Verdienst der mutigen Männer und Frauen des 17. Juni 1953", sagte Wegner.

Erinnerung erhalten

Eine stetige Erinnerung an die Kämpfer für Freiheit und Einheit des Jahres 1953 forderte auch der CDU-Abgeordnete Thomas Feist aus Leipzig. Dass die Revolution, die 1953 noch von sowjetischen Panzern niedergeschossen worden war, 1989 schließlich geglückt sei - und dies auf friedliche Weise - sei auch dem damaligen sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow zu verdanken, der den Wandel eingeleitet hatte.

Quelle: CDU/CSU-Bundestagsfraktion

 

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