05.02.2015

Arbeitskreis Bundeswehr beim Kommando Spezialkräfte in Calw

Gruppenbild beim Kommando Spezialkräfte mit Oberst York Doehring, Leiter des Bereichs Weiterentwicklung (Bild: KSK)


Die Mitglieder des Arbeitskreises Bundeswehr der CDU Baden-Württemberg gingen im Rahmen ihrer Exkursion den Personal- und Ausrüstungsmängeln beim Kommando Spezialkräfte in Calw nach.

Das Kommando Spezialkräfte (KSK) ist der Spezialkräfteverband des Heeres und verfügt innerhalb der Bundeswehr über einzigartige Fähigkeiten. Im heutigen Einsatzspektrum deutscher Streitkräfte gibt es besondere Aufgaben von strategischem Interesse, die oftmals durch herkömmliche Einheiten nicht erfüllt werden können.

Beispiele dafür sind das Retten und Befreien deutscher Staatsbürger aus Gefangenschaft und Geiselnahme oder der Kampf gegen terroristische Bedrohung; das Festsetzen von Zielpersonen im Ausland, das Gewinnen von Schlüsselinformationen in Krisen- und Konfliktgebieten oder verdeckte Operationen.

Die Soldaten des KSK werden speziell für solche und ähnliche Einsätze ausgewählt und ausgebildet, so dass die Bundesrepublik Deutschland in derartigen Situationen über geeignete, militärische Handlungsoptionen verfügt. Als Kern des Spezialkräfteverbunds der Bundeswehr ist das KSK somit ein wichtiges Instrument der nationalen Risikovorsorge.

"Rambo-Typen werden beim Kommando Spezialkräfte seit seiner Indienststellung am 20. September 1996 nicht gesucht - sondern verantwortungsvolle Soldatinnen und Soldaten, die ihrem Land und dem Dienst am Frieden verpflichtet sind." Mit diesen Worten begrüßte der Stellvertretende Kommandeur die 48 Teilnehmer der diesjährigen Exkursion des Arbeitskreises Bundeswehr der CDU Baden-Württemberg und packte damit gleich zu Beginn ein zentrales Problem direkt am Schopf. Die Bundeswehr beabsichtigt, die Struktur des Kommandos weiter anzupassen.

Kommandosoldaten sind für besonders sensitive militärische Operationen vorgesehen und operieren in der Regel in feindlicher Umgebung – meist isoliert, ohne jegliche Unterstützung und unter widrigsten Bedingungen für einen längeren Zeitraum. An die Bewerber wird daher ein besonderes Anforderungsprofil gestellt.

Laut einem ehemaligen Kommandeur des KSK ist das Eignungsfeststellungsverfahren "das Härteste, was man Menschen in einer Demokratie zumuten darf". Ein großer Teil der Bewerber scheidet bereits an diesem Punkt aus. Lediglich ein kleiner Teil eines Jahrgangs beginnt die anschließende 2,5-jährige Ausbildung zum Kommandosoldaten. Viel zu wenig, um den Regenerationsbedarf des Großverbands nachhaltig decken zu können. Nicht nur die Bundeswehr, sondern auch das Kommando Spezialkräfte ist daher auf der Suche nach geeignetem Nachwuchs.

In ihren modernen Übungsräumlichkeiten demonstrieren die Kommandosoldaten den Teilnehmern der diesjährigen Exkursion ihre soldatische Spitzenleistung. Dem Kommandeur ist besonders wichtig, dass die Übungen so realistisch wie nur möglich einem möglichen Einsatzszenario entsprechen. Gewonnene Erkenntnisse und Erfahrungen, Material und Ausrüstung von bereits erfolgreichen Einsätzen wie beispielsweise aus Afghanistan, sowie Neuheiten an Waffen und Ausrüstung werden dabei berücksichtigt.

Leider passt die flexible und zeitnahe Auftragslage der Kommando Spezialkräfte nicht zum aktuellen zentralen Beschaffungsweg der Bundeswehr. Beispielsweise werden neue Nachtsichtgeräte vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr im Rahmen von europaweiten Ausschreibungen vergeben und stehen im Einzelfall erst vier Jahre nach Bedarfsanmeldung in der Truppe zur Verfügung. Ein zu langer Zeitraum, um zukünftige Einsätze des KSK in Puncto Ausrüstung auf Augenhöhe befreundeter Spezialkräfte ausführen zu können.

Bezieht der Kommandosoldat mit Bestehen seiner Ausbildung seine Stube in Calw, so fällt ihm auf, dass seine Ausrüstung nicht in das Standardmobiliar gewöhnlicher Kasernen passen wird. Bis zum heutigen Tag beherbergt die Bundeswehr ihre Kommandosoldaten in der Graf-Zeppelin-Kaserne in Mehrbettstuben. Die Folge: Aus Platzmangel werden Material und Ausrüstung auf den Fluren verstaut. Ein unhaltbarer Zustand.

Aus weit über zehn Jahren Dauereinsatz kann das Kommando Spezialkräfte zwischenzeitlich beeindruckende Einsatzerfahrung vorweisen. Deshalb sollte die Politik das KSK als militärischen Berater frühzeitig in die Einsatzplanung einbinden.

Allen Soldaten des Kommando Spezialkräfte gilt unserer besonderer Dank. Wir wünschen ihnen alles Gute und weiterhin Begeisterung und Motivation für ihren einzigartigen Beruf.

Quelle: Christian Krieg / Christine Jerabek

 

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