30.11.2013

Aleviten teilten Asure mit zahlreichen Gästen

Der Christlich-Alevitische Freundeskreis lud zum Asure-Tag ein (Bild: CAF-BW)

Ein Grußwort sprach der stellvertretende CDU-Landeschef, Winfried Mack (Bild: CAF-BW)

Geprägt war der Abend durch die zahlreichen Kontakte und interessanten Gespräche (Bild: CAF-BW)


Der Christlich-Alevitische Freundeskreis der CDU Baden-Württemberg und die Alevitische Gemeinde ATAG e.V. luden unlängst gemeinsam zum Asure-Tag nach Stuttgart-Wangen ein. Zum ersten Mal fand zusammen mit dem CDU-Landesverband eine Veranstaltung dieser Art statt.

Das Fasten im Trauermonat Muharrem ist für die Aleviten weltweit einer der wichtigsten Gedenktage. In dieser Zeit gedenken sie den zwölf Imamen und dem Pogrom von Kerbela. Das alevitische Fasten fordert für zwölf Tage und Nächte vor allem Enthaltsamkeit, jegliche Zurückhaltung von Flüssigkeit und Feiern. Es wird in keiner Form Fleisch verzehrt. Man achtet darauf, dass kein Blut fließt. Streitigkeiten werden vermieden. Gefühle anderer werden nicht verletzt. Keinem Lebewesen wird Leid zugefügt, auch die Natur wird entsprechend behandelt.

Nach dem Abendessen wird nichts mehr gegessen und getrunken bis nach dem Sonnenuntergang des folgenden Tages. Die Fastenzeit ist ein Zeitraum, ein Prozess in dem der Mensch in sich kehrt und Rechenschaft mit sich selbst ablegt. Nur dadurch kann ein Mensch sich selbst wirklich erkennen und somit verwirklichen sowie zur Selbsterkenntnis gelangen. Höhepunkt und Abschluss des Fastens ist der "Asure-Tag". An diesem Tag wird Asure zubereitet, eine Süßspeise, die als Symbol der Dankbarkeit an Freunde und Bekannte verteilt und gegessen wird.

Den durch Dauerregen an diesem Abend nicht unproblematischen Weg nach Stuttgart nahmen die zahlreich angereisten auswärtigen Vertreter der Alevitischen Gemeinden aus Mannheim, Heilbronn, Ludwigsburg, Esslingen, Winnenden, Stuttgart, Tübingen, Ulm und Geislingen sowie Vertreter der Kurdischen Gemeinde Deutschlands auf sich. Neben anderen Migrantenverbänden, wie dem Bildungszentrum INTEGRA aus Filderstadt, waren auch der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft Nordwürttemberg, Gerhard Winter, und Manfred Benedikter, Vorsitzender der Jungen CDA Baden-Württemberg, sowie Apostolos Kelemidis, Kandidat für das Europaparlament, gekommen. Zu den Gästen gehörten auch Vorstandsmitglieder des CDU-Kreisverbandes Esslingen, der Mittelstandsvereinigung sowie der Frauen Union Ostalb.

Den Abend eröffnete die Vorsitzende des Christlich-Alevitischen Freundeskreises, Birgül Akpinar, mit einem kurzen Rückblick auf die erfolgreiche Arbeit der Landes-CDU in Sachen Integration und Anerkennung sowie der Leistung Einzelner in einer Gesellschaft, der Menschen ganz unterschiedlicher Ethnien und Religionen angehören, ohne dass es deshalb zu Spannungen käme, wie es sie noch vor wenigen Jahrzehnten gab.

Grußworte sprachen der stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Winfried Mack und Remzi Kaptan, der Vorsitzende des ATAG e.V. Ein sehr eindrückliches und nachdenkliches Tischgebet sprach Ahmet Demir Dede, der Vorsitzende des geistlichen Rates der Aleviten in Baden-Württemberg.

Geprägt war der Abend durch die zahlreichen Kontakte und interessanten Gespräche der über 80 Anwesenden, die es beim und nach dem gemeinsamen Essen gab. Insbesondere der rege Austausch zwischen Vertretern der Migrantenverbänden und den CDU-Mandatsträgern wird vielen noch lange in Erinnerung bleiben, wie auch die Asure, eine bedeutungsvolle Süßspeise bei den Aleviten.

Die als Suppe gereichte Speise besteht aus weißen Bohnen, Kichererbsen, Weizen, Wasser, Rosinen, gehackten Walnüssen, Granatapfelkernen, Datteln, Feigen, getrockneten Aprikosen und Zucker. Ihren Ursprung soll sie bereits zu Noahs Zeiten gehabt haben. Der Sage nach wurde Asure aus den Resten der Lebensmittelvorräte von den Überlebenden der Arche nach der großen Sindflut zubereitet, als diese wieder festes Land betraten.

Quelle: Christlich-Alevitischer Freundeskreis (CAF)

 

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