09.11.2016

Peter Tauber: "Christliches Menschenbild ist Grundpfeiler der CDU"

CDU Live mit Peter Tauber, Moderator Frank Bergmann und Katrin Heinritz (Bild: CDU Deutschlands / afp)


"Meine CDU 2017 - wie weit ist die Parteireform ein Jahr vor der Bundestagswahl?" - Zu diesem Thema nahmen Generalsekretär Peter Tauber und Katrin Heinritz, Mitgliederbeauftragte der CDU Baden-Württemberg, in einer Videokonferenz Stellung und standen zahlreichen Mitgliedern aus allen Teilen der Republik Rede und Antwort.

Seit Jahren bereits haben alle Parteien mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. Um diesem Trend zu begegnen, ist es für eine moderne Volkspartei wichtig, für die Menschen attraktiv zu bleiben und den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung zu tragen.

"Die CDU muss sich immer wieder bemühen, auch in gesellschaftlichen Gruppen präsent zu sein, in denen wir bisher nicht so stark vertreten sind. Beispielsweise ist ein Frauenanteil von gerade einmal 26 Prozent für eine Volkspartei nicht zufriedenstellend", beschrieb CDU-Generalsekretär Peter Tauber die Herausforderungen für die Partei.

Mitgliedergewinnung und -betreuung


Als eine Maßnahme zur besseren Gewinnung und Betreuung von Mitgliedern wurde im letzten Jahr unter anderem das Amt des Mitgliederbeauftragten neu geschaffen. Katrin Heinritz, die diesen Posten in der Südwest-CDU innehat, machte klar, dass Mitgliedergewinnung eine Aufgabe ist, die alle betrifft: "Es ist nicht die alleinige Aufgabe des Mitgliederbeauftragten Mitglieder zu gewinnen, das geht uns alle an. Vielmehr muss man den Finger in die Wunde legen. Jeder Einzelne von uns ist die Visitenkarte der Partei. Wenn wir den Menschen nicht klarmachen, wie genial dieser Club ist, wer dann?"

Wirtschaftsfaktor Start-Ups

Eine der neuen gesellschaftlichen Gruppen, in denen die CDU zukünftig noch stärker verankert sein will, sind Existenzgründer. Für viele Start-Ups ist ein gut ausgebautes Breitbandnetz häufig existenzielle Geschäftsgrundlage, vielerorts besteht aber noch Nachholbedarf beim Aufbau einer tragfähigen digitalen Infrastruktur.

Die Union hat die Zeichen der Zeit hier bereits erkannt: "Wir sind die Treiber im Breitbandausbau in der großen Koalition. Die Union ist hier sehr viel besser aufgestellt als andere Parteien", erklärte Tauber. Katrin Heinritz sieht ihre Partei auch auf dem Lande der Konkurrenz einen Schritt voraus: "Die CDU hat erkannt, dass sie auf diese Gruppe besonders im Ländlichen Raum zugehen muss, da die Gründerszene sich nicht nur auf Ballungsräume beschränkt ist."

Das christliche Menschenbild ist Grundpfeiler der CDU

Um Politik den Menschen näher zu bringen, ist es unabdingbar, die eigenen Werte herauszustellen. Kaum eine Begrifflichkeit in der CDU ist für viele Menschen dabei so schwer greifbar wie das viel zitierte Bekenntnis zum christlichen Menschenbild, für Tauber der Wesenskern christlich-demokratischer Politik. Deshalb ist es für ihn besonders wichtig, dass man es den Menschen immer wieder erläutert, was Christdemokraten antreibt. Besonders junge Menschen müssten dabei stärker in die politische Debatte eingebunden werden.

"Nur ein Like auf Facebook ist für politische Diskussionen ein bisschen wenig. Man muss die jungen Leute auch mal dazu bringen, sich die Zeit zu nehmen, um zu diskutieren. Dabei müssen wir auch auf unser vielfältiges Angebot verweisen. Inzwischen nutzen viele Abgeordnete Social Media und veranstalten regelmäßig auf Facebook Live-Fragestunden. Hier können besonders junge Menschen in direkten Kontakt mit der CDU und ihren Abgeordneten treten."

Christlich-Soziale, Wirtschaftsliberale und Konservative

Dass es in einer Volkspartei, die eine große Bandbreite der Bevölkerung vertritt, auch immer mal wieder zu Auseinandersetzungen kommt, ist für Tauber kein Zeichen von Zwist, sondern von gelebter Demokratie. Dazu gehören auch der Gedankenaustausch und eine Debattenkultur. "Nicht jedes Mitglied ist wegen des 'C' in die CDU eingetreten. Wir haben auch Wirtschaftsliberale und Konservative für die andere Werte im Vordergrund stehen, das macht eine Volkspartei aus. Am Ende des Tages ist es der Unionsgedanke, der uns eint", so Tauber. Katrin Heinritz weist darauf hin, dass Flügelkämpfe ab und an zu einer lebendigen Partei gehörten, am Ende aber die eigenen Bedürfnisse hinter die der Partei gestellt werden müssen.

Gewachsene Verantwortung Deutschlands im 21. Jahrhundert

Mit wachsender Sorge registrieren viele Mitglieder, dass nicht nur die außenpolitischen Herausforderungen für Deutschland in den vergangenen Jahren gewachsen sind. Tauber zeigte auf, dass es Situationen geben kann, in denen Diplomatie an ihre Grenzen stoße. Nämlich dann, wenn der Gegenüber kein Interesse an einer Einigung habe.

"Wir werden wieder lernen müssen, eine klare Haltung zu haben und dafür auch gegen große Widerstände einzustehen. Das konnte die CDU früher auch schon gut, man denke an den NATO-Doppelbeschluss, bei dem eine Million Menschen auf die Straße gingen. Die Partei ist damals auch standhaft geblieben". Solche Szenarien könnten vor dem Hintergrund heutiger Konflikte zukünftig auch wieder vermehrt auftreten.

Quelle: CDU Deutschlands

 

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