11.10.2016

Fachkräfteallianz Baden-Württemberg setzt sich neue Ziele

Die Fachkräfteallianz Baden-Württemberg hat neue Ziele festgelegt (Bild: Landesregierung)


Die Fachkräfteallianz hat unter dem Vorsitz von Wirtschafts- und Arbeitsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut ihre Ziele neu bestimmt. "Die Fachkräfteallianz passt ihre Ziele drei großen Herausforderungen an: Das sind die Digitalisierung, die steigende Zahl an Pflegebedürftigen und die Flüchtlingsmigration."

"Aufgrund der Digitalisierung werden sich die Arbeitsanforderungen in den Unternehmen und die Qualifikationen der Beschäftigten massiv verändern. Vor allem die Bedeutung des technischen Fachwissens und der Online-Kompetenzen wird deutlich zunehmen", betonte die Ministerin.

Bereits aktuell gebe es einen erheblichen Fachkräftemangel in den für die Digitalisierung besonders wichtigen Berufen Informatiker und Elektroingenieur. In diesen Mangelberufen kommen auf einen Arbeitslosen bis zu vier offene Stellen. Von einem Fachkräftemangel wird dann gesprochen, wenn in einem Beruf auf einen Arbeitslosen mehr als eine offene Stelle kommt.

In der Pflege steigt der Fachkräftebedarf aufgrund der Zunahme der Zahl der Pflegebedürftigen kontinuierlich. Nach der Prognose des Statistischen Landesamtes könnte die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2050 um 90 Prozent steigen. In der Altenpflege kommen derzeit auf eine arbeitslose Fachkraft fünf offene Stellen.

Darin sieht Sozial- und Integrationsminister Manfred Lucha aber auch Chancen. "Wir müssen deutlich machen, dass gerade auch die Pflege zukunftssichere Arbeitsplätze mit Aufstiegschancen bietet. Daneben müssen wir alles versuchen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Empfehlungen der Enquetekommission Pflege aus der vergangenen Legislaturperiode bieten dafür eine hervorragende Grundlage. So kann es uns gelingen, wieder mehr junge Menschen für die Pflege zu begeistern", so Lucha. Für den Sozialminister ist hierbei auch die Qualifikation von Geflüchteten eine Schlüsselaufgabe.

"Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Teilhabe von Flüchtlingen am gesellschaftlichen Leben ist deren Integration in den Arbeitsmarkt", so Hoffmeister-Kraut. Gleichzeitig könnten Flüchtlinge mittelfristig einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs leisten.

Für eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration seien eine Ausbildung, die Weiterqualifizierung von Flüchtlingen, die als Helfer arbeiten, und die Qualifizierung von Flüchtlingen in der Arbeitslosigkeit notwendig. Dies müsse für alle un- und angelernten Personen gelten, denn mehr als 50 Prozent aller Arbeitslosen sind bereits derzeit ohne Berufsabschluss, so die Ministerin.

Die Ziele der Fachkräfteallianz sind:

• Die berufliche Ausbildung stärken. Die Behandlung dieses Themas erfolgt wie bisher im Rahmen des Ausbildungsbündnisses.
• Die berufliche Weiterbildung kontinuierlich ausbauen,
• die Beschäftigung von Frauen erhöhen.
• die Beschäftigung von älteren Personen steigern,
• die Inklusion von Menschen mit Behinderung stärken,
• die Beschäftigung von Menschen mit Migrationshintergrund verbessern,
• an- und ungelernte Personen zu Fachkräften qualifizieren,
• geflüchtete Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren,
• die Zahl der Fachkräfte in den technischen Berufen erhöhen,
• die Zahl der Fachkräfte in der Pflege steigern,
• das Fachkräftepotenzial von langzeitarbeitslosen Menschen erschließen,
• mehr Vollzeitstellen und
• gezielt internationale Fachkräfte gewinnen.

Ministerin Hoffmeister-Kraut nannte beispielhaft Handlungsfelder, in denen die Fachkräfteallianz Maßnahmen entwickeln wird:


• Die Umsetzung von Projekten zum Thema "Digitalisierung und berufliche Weiterbildung".
• Die Erhöhung der Beschäftigung von Frauen in MINT-Berufen durch ein MINT-Programm und ein MINT-Netzwerk mit Unternehmen.
• Die Qualifizierung von un- und angelernten Personen, die arbeitslos oder beschäftigt sind.
• Eine Kampagne in den Regionen des Landes zur Sensibilisierung der Unternehmen für eine verstärkte Beschäftigung von Menschen mit Behinderung, Personen mit Migrationshintergrund und Flüchtlingen.
• Die Information mittelständischer Unternehmen über mögliche Arbeitszeitmodelle mit dem Ziel, ältere Beschäftigte so lange wie möglich im Betrieb zu halten.
• Das systematische Halten ausländischer Absolventen baden-württembergischer Hochschulen im Land durch die Welcome Center.'

Quelle: Landesregierung Baden-Württemberg

 

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